Mittwoch, 27. August 2014

Die beschleunigende westliche Marktwirtschaft

Rückblick:
Schon seit einigen Jahren wurde ich das Gefühl nie los, dass ich nicht die einzige Gestresste bin, sondern Hektik zum Alltag wurde. Deshalb hatte ich mich in der zwölften Klasse innerhalb einer Projektarbeit damit auseinandergesetzt, inwiefern unsere freie Marktwirtschaft Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat. Für die, die es noch nicht kennen und mehr wissen wollen ein Ausschnitt aus meinem Fazit:

In den ersten beiden Kapiteln habe ich beschrieben, wie unser Marktwirtschaftssystem uns in einigen Bereichen beeinflussen kann. Eines der Hauptprobleme sehe ich im Prinzip des Wettbewerbs. Dadurch sind nicht nur Unternehmen gezwungen effizienter zu arbeiten, sondern auch alle seine Mitarbeiter. Diese versuchen dann, möglichst viel Zeit einzusparen, sei es mit Hilfe von Multitasking, durch schnelleres Arbeiten oder mit schnelleren Technologien. Solche Technologien werden dann notwendig um mithalten zu können, bieten aber immer mehr Gefahren und Ablenkung. Gleichzeitig erwarten die gehetzten Arbeitnehmer schnellen Service von ihren Anbietern (z.B. Verkäufern, Kellnern etc.) um keine weitere Zeit zu verlieren. Allerdings geraten dabei letztere dann auch wieder in Zeitdruck und es entsteht ein sich selbst antreibendes Hamsterrad in dem man mitlaufen muss um die Position zu halten!

Ebenso ist auf die Wettbewerbslogik zurückzuführen, dass auch immer mehr jüngere Menschen, sogar Kinder, unter Leistungsdruck und Beschleunigung leiden, da sie ausgebildet werden, später bestehen zu können. So entsteht eine immerwährende Angst, abgehängt zu werden.

All die Versuche der Zeiteinsparungen scheinen wie ein Ewigkeitsersatz, denn wir verlieren immer mehr Zeit, möchten aber gleichzeitig mehr erleben als zuvor, auch weil wir immer mehr Möglichkeiten haben. Es gibt viele Stimmen die dafür sprechen, dass dieses immense Zeitproblem kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem sei,40 denn alle gesellschaftlichen Schichten sind davon betroffen, ob Kassierer oder Manager. Das Hauptproblem, hebt Hartmut Rosa immer wieder hervor, sei dabei, dass wir das Ziel aus den Augen verloren, die Fortschritthoffnung aufgegeben haben. Wir verbinden mit der Beschleunigung keine Bewegungs- oder Entwicklungshoffnung mehr und merken, dass der qualitative Lebensstandard nicht steigt. „[W]o wir nämlich immer schneller rennen müssen, nicht, um irgendwo hinzukommen, sondern nur um irgendwie auf dem Laufenden, im Spiel zu bleiben [...entsteht] eine Art Kollektivdepression“.
(die Quellen spare ich mir hier mal, auf Nachfrage aber erhaeltlich.)

Dem entsprechend habe ich keine Lust mehr auf "Time Is Money" sondern begebe mich mal wieder auf eine Suche nach Alternativen!

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