Ankunft: Mit dem Zug kam ich über München, Budapest und den ersten rumänischen Ort Arad nach ca. 25 Stunden Fahrt in Timisoara an, einer recht jungen Stadt mit knapp 350 tausend Einwohnern. Mein rumänischer Couchsurfer holte mich mit seiner anderen Couchsurferin aus Macao direkt vom Bahnhof ab.
Die verrückten jungen Leute: Die beiden waren sehr aktiv, sodass wir die folgenden Tage ständig unterwegs waren, in der Stadt, am See, im Biergarten oder in Clubs - fast immer mit einigen Freunden von ihm. Insgesamt waren wir beiden Ausländer überrascht wie gut alle Englisch sprachen und hätten es fast auf alle Rumänen übertragen. So hatten wir also nicht nur Spaß in einem alternativen Kulturzentrum, sondern auch auf einer steif-schicken Poolparty, zu der jeder per Taxi kam und auf der sich kaum jemand außer uns ins Wasser traute. Letztendlich lernten wir durch unseren Host, ein Architekturstudent, wohl vor allem die verrückten Bewohner kennen. Das merkten wir besonders, wenn wir Abends auf dem Dach saßen und uns stundenlang gegenseitig Klischees um die Ohren schlugen, oder einen Tag lang am See verbrachten, wo das Ziel war möglichst bescheuert aussehend über eine Rutsche mit Rampe ins Wasser zu fliegen.
Außenseiter: Überrascht und schockiert hat mich ihre weit verbreitete negative Einstellung gegenüber "Gipsys". Für diese noch so offenen, gebildeten, jungen Studenten sind die Roma, als verallgemeinerte Masse, entweder diejenigen, die im Westen ein schlechtes Bild von Rumänen hinterlassen weil sie arm sind und stehlen oder diejenigen, die den Westen betrügen und von daraus resultierenden finanziellen Hilfen riesige hässliche Villen bauen. Auch vorher hatte ich von einem Deutsch-Rumänen nur gehört, dass sie gefährliche Betrüger und Diebe seien - am Straßenrand lebend fähig zu allem.
Ich selber kann mir bisher noch gar kein Bild machen, was stimmt und was nicht. Außer ihrer wundervollen Musik kenne ich nichts von ihnen. Ich habe nur einige dieser Villen gesehen, manchmal sieht man ganze Dörfer davon, aber hässlich würde ich sie nicht nennen, nur durchaus überdimensioniert, meist mit bedrohlich schwarzen Dächern. Jedenfalls bin ich gespannt, ob ich noch mal eine andere Seite zu hören bekomme oder mir selbst ein Bild machen kann...
Ich selber kann mir bisher noch gar kein Bild machen, was stimmt und was nicht. Außer ihrer wundervollen Musik kenne ich nichts von ihnen. Ich habe nur einige dieser Villen gesehen, manchmal sieht man ganze Dörfer davon, aber hässlich würde ich sie nicht nennen, nur durchaus überdimensioniert, meist mit bedrohlich schwarzen Dächern. Jedenfalls bin ich gespannt, ob ich noch mal eine andere Seite zu hören bekomme oder mir selbst ein Bild machen kann...
Städtisches Leben: Als wir einen Samstag durch die Stadt zogen sahen wir mind. 5 Hochzeitspaare, eines davon aus einer großen katholischen Kirche in eine laut feiernde, musizierende, traditionell gekleidete Menge kommend. Die anderen zogen alle durch Parks für Fotoshootings. Dazu machten einige weitere Hochzeits-Kolonnen durch lautstarkes Hupen auf sich aufmerksam:
Im generellen hat sich aber ein Horrorszenario überhaupt nicht erfüllt: dass überall arme (und) alte Menschen lungern. Bisher kommt es mir weniger vor als zu Hause. Es gibt alte bettelnde Frauen und ein paar Betrunkene, aber nicht erwähnenswert viele. Auch von Diebstahl hört man nichts, immerhin sind wir nicht in der großen, vollen Hauptstadt!
Mein Vorurteil der Gastfreundschaft finde ich dafür schon eher wieder: Die Menschen sind sehr hilfsbereit und meist nett (wenn nicht überarbeitet), nur kann oder will kaum jemand Englisch sprechen. Letzteres ist für mich wiederum eigentlich gut, weil ich ja mein Rumänisch verbessern will (but, you know.. my English has got much worse aswell :P)...



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